Allgemein Gran Canaria 19.06.2013

Published on Juni 19th, 2013 | by Sonja

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Wilde schöne Bergwelt des Roque Nublo auf Gran Canaria

Eine der beeindruckendsten Wanderregionen der Kanarischen Inseln erstreckt sich im Inland Gran Canarias. Hier wird der Naturliebhaber über Wege geführt, die ihn zum Roque Nublo bringen – einem gewaltigen Berg in der Mitte der Insel, dessen Name übersetzt etwa wolkiger Felsen lautet und der damit eine der wesentlichsten Eigenschaften der Erhebung kennzeichnet. Denn oft genug verbirgt sein imposantes Antlitz sich geheimnisvoll hinter Wolken und Nebelschwaden.

Der Roque Nublo zählt zu den höchsten Bergen der Insel, die sich außer durch ihre Badestrände vor allem auch durch ihre Vielfalt an Vegetationszonen auszeichnet. Der “Nebelberg” selbst ist vulkanischen Ursprungs und wird von einem 65 Meter hohen Basaltfelsen namens Roque Nublo gekrönt, der auch dem ganzen Bergmassiv seinen Namens gab. Dieser nach oben ragende Zahn bildet einen Überrest von Magma, das ehemals vom Vulkan ausgestoßen wurde und wegen der Härte seines Gesteins vergleichsweise wenig verwittert ist. Das geologische Material des Vulkankegels selbst, also gewissermaßen der Öffnung des Vulkans, war weniger beständig gegen Wind und Wetter und wurde von den Elementen umfassender abgetragen.

Wo Urlauber sich in ihrer Ferienunterkunft an der Küste des subtropischen Sommers erfreuen, herrschen hier oben weitaus kühlere Temperaturen. Die Landschaft zeigt sich in schroffer Schönheit statt sonnig und warm wie in den tiefer gelegenen Urlaubsparadiesen. Weil sich Touristen nur in beschränkter Zahl hierher verirren, hat der Wanderer, der sich aufmacht, um durch die nahezu unberührte Wildnis der Bergwelt den Gipfel zu erklimmen, die atemberaubende Aussicht häufig für sich allein. Von oben ergibt sich nicht nur ein oft sensationelles Panorama. Je nach Wetterlage ist sogar der Blick bis hinüber zur Nachbarinsel Teneriffa möglich, auf der der eigene vulkanische Hausberg Pico del Teide dominiert.

Die Ureinwohner Gran Canarias, wie auf den ganzen Kanarischen Inseln Guanchen genannt, sollen den Berg Roque Nublo als heilig betrachtet und hier auf einer Kultstätte ihrem Sonnengott Opfer dargebracht haben. Die Rituale der Guanchen kannten für den Totenkult auch die Mumifizierung. Einige ihrer Mumien, die nach heutigem Kenntnisstand erst getrocknet und dann in Ziegenfellen bewahrt wurden, fand man in um den Berg herum gelegenen Höhlen. Heute bildet der Berg das Zentrum des rund 450 Hektar großen Naturschutzgebietes Monumento natural del roque nublo, seinerseits im Naturpark Parque Rural del Nublo gelegen. Der weit zurückreichende vulkanische Ursprung des Roque Nublo wird bei einem Blick vom Gipfel nach unten deutlich. Hier haben sich in den Millionen Jahre alten Kratern längst einige Seen gebildet.

 

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