Der letzte große Kampf der Ureinwohner

Im Jahre 1406 wird der Adlige Jean de Béthencourt, der für Spanien die drei Kanarischen Inseln Fuerteventura, El Hierro und La Gomera eroberte, zum König der Kanaren gekrönt, obwohl er Gran Canaria, Teneriffa und La Palma nicht einnehmen konnte. 46 Jahre später verkauft die Familie Béthencourt die einst eroberten Inseln an Diego García de Herrera, den Marschall von Kastilien, der daraufhin versucht Gran Canaria zu erobern. Als Händler getarnt errichtet er im Norden Gran Canaria ein Fort und bereitet sich auf einen Angriff vor. Doch die Einheimischen erfahren von García de Herreras wahren Gründen, nehmen das Fort des Spaniers mit einer List ein und töten ihn und seine gesamte Mannschaft.

1477 werden die kanarischen Inseln der spanischen Krone übertragen und der namhafte Schiffskapitän und General Juan Rejón wird mit der endgültigen Unterwerfung Gran Canarias beauftragt. Dieser landet im Jahre 1478 mit sechshundert spanischen Soldaten und dreißig Pferden im Nordosten der Insel Gran Canarias, um die Einwohner der Inseln zu bekämpfen und Gran Canaria endlich einnehmen zu können. Zu dieser Zeit gibt es auf der drittgrößten Kanarischen Insel zwei große Königreiche, die verfeindet sind, sich aufgrund der neuen Bedrohung durch die Spanier aber zusammenschließen. Der altkanarische König von Telde namens Doramas, und der altkanarische König von Gáldar, Tenisor Semidán, vereinen ihre Kräfte und ziehen mit einem starken Heer gegen die Spanier in den Kampf. Fünf Jahre lang können sich die Altkanarier verteidigen und sich mit viel List, Taktik und Mut gegen Juan Rejón und seine Soldaten wehren. 1483 ist Gran Canaria dann aber endgültig von den Spaniern eingenommen und erobert.

Während sich Doramas, der König von Telde, angeblich zusammen mit vielen seiner Landsleute von einem Felsen (Fortaleza de Ansite / Santa Lucía) in den Tod stürzt, um sich den Spaniern nicht unterwerfen zu müssen, wird der König von Galdár , Tenisor Semidán, nach Spanien verschifft und dort als „Don Fernando Guanarteme“ unter der Patenschaft von König Ferdinand getauft. Er kehrt nach seiner Taufe nach Gran Canaria zurück, um hier die übriggebliebenen Altkanarier zum Übertritt zum Christentum zu überreden. Viele Ureinwohner werden versklavt und verschleppt, retten kann sich nur, wer zum Christentum übertritt und nach spanischen Sitten und Gebräuchen lebt.

Den spanischen Soldaten wird zudem auferlegt innerhalb eines halben Jahres zu heiraten, wenn sie das ihnen zugeteilte Stück Land behalten wollen. So kommt es, dass schon bald keine einheimische Frau oder einheimisches Mädchen ohne Mann ist und die ersten spanisch-kanarischen Kinder geboren werden. Schnell vermischt sich auf diesem Weg das Blut von Sieger und Besiegten. Die altkanarische Sprache und Kultur wird unterdrückt, die Assimilation schreitet zügig und streng kontrolliert voran.


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