Geschichte

Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln

Die ersten Menschen, die auf Gran Canaria, Teneriffa und den anderen Kanarischen Inseln lebten, besiedelten bereits 2000 vor Christus die zauberhaften Frühlingsinseln vor der Küste Afrikas. Wie sie auf die Inseln kamen stellt allerdings bis heute ein Rätsel für die Historiker und Wissenschaftler dar. Es gibt mehrere Theorien, wer die ersten Bewohner der Inseln wohl ursprünglich waren. Es könnten ehemalige Wüstenbewohner aus der Sahara, Schiffsbrüchige von phönizischen Handelsexpeditionen oder auch Berber aus Nordafrika gewesen sein, die den beschwerlichen Weg über das Meer gewagt hatten. Letzteres würde zumindest erklären, weshalb die Ureinwohner ein hellhäutiges, blondes und auch sehr hochgewachsenes Volk waren. Doch um welches Volk es auch sich auch ursprünglich handelte, die Menschen müssen es irgendwie geschafft haben über das Meer zu kommen.

Die „Aborígenes“ oder „Guanchen“, wie die Spanier die Ureinwohner der Insel nennen, wohnten in Steinhöhlen oder kleinen Steinhütten und lebten von Ackerbau und Viehzucht. Sie legten zudem auf den bergigen Inseln großzügige Terrassentreppen an und pflanzten dort Weizen, Gerste und Hülsenfrüchte. Diese waren mit Gräben durchzogen, die für eine ausreichende Bewässerung der Felder dienten. Weiterhin züchteten die Urväter der Kanarischen Inseln Schweine, Ziegen und Schafe und beherrschten auch die Töpferkunst. Sie stellten unterschiedlich große Gefäße her, die sie mit Hilfe von Steinen in Form brachten und mit bunten Mustern bemalten. Am Körper trugen die Altkanarier Tierfälle und kleine lederne Beutel, in denen sie wahrscheinlich medizinische Kräuter, kleine Tonfiguren oder Nahrung aufbewahrten. Auch Schmuck stellten die alten Canarios her; aus Muscheln, Steinen und Knochen fertigten sie Ketten, Armbänder und Kopfschmuck.

Die verschiedenen Stämme der Ureinwohner wurden von Königen, den sogenannten guanartemes angeführt, die neben den Priestern (faycánes) und den Richtern (fayacánes) den höchsten Rang innerhalb der Gemeinschaft einnahmen. Die ersten Canarios glaubten an einen gütigen Gott hoch im Himmel, den sie aborac oder acoran nannten und den sie für gute Gaben und eine reiche Ernte anbeteten. Tief unten in den Vulkanen der Insel vermuteten sie den bösen Dämon guayota, der den Berg zum Spucken bringen konnte und dessen feurige Lava Menschen, Tiere, Pflanzen und ganze Landstriche völlig vernichten konnte.

Die Altkanarier lebten ein sehr einfaches Leben; Metallverarbeitung war ihnen genauso unbekannt, wie die Schifffahrt. Als im Jahre 1402 die Spanier auf die Insel kamen war dieses einfache, aber friedliche Leben dramatischer Weise sehr schnell vorbei. Viele Ur-Canarios mussten bei der Eroberung der Spanier sterben, der andere Teil wurde versklavt oder verschleppt. Wissenschaftler und Experten vermuten, dass bis zu 60.000 Menschen auf den Kanaren lebten, als die Spanier die Inseln eroberten.

Archäologische Funde und auch mumifizierte Leichen aus der Zeit der Ureinwohner können noch heute im Museo Canario in Las Palmas auf Gran Canaria und im Museum Arqueológico in Puerto de la Cruz auf Teneriffa besichtigt und bewundert werden.


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